Mölln setzt ein starkes Zeichen für Inklusion – Veranstaltung des Gesprächskreis Selbstvertretung am 19.03.2026

Von Kai Losigkeit

Ein eindrucksvolles Signal für gelebte Inklusion ging von einer Veranstaltung in Mölln aus, die vom Gesprächskreis Selbstvertretung des Don Bosco-Hauses organisiert und getragen wurde. Damit stand von Anfang an fest: Menschen mit Behinderung gestalten selbst – und stehen im Mittelpunkt.

Die Veranstaltung war geprägt von einer offenen, respektvollen Atmosphäre und einer hohen fachlichen Qualität. Besonders hervorzuheben ist die beeindruckende Form der unterstützten Kommunikation (Talker), mit der sich Selbstvertreter:innen aktiv und selbstbewusst eingebracht haben.

Frau Sonja Schacht und Frau Natasa Mladenovic präsentierten ihre Themen mit großer Klarheit und Ausdrucksstärke über ihre Talker – unterstützt von Frau Tanja Höfert, UK-Fachkraft des Don Bosco Hauses. Ihre Beiträge machten nicht nur Inhalte sichtbar, sondern zeigten eindrucksvoll, dass Kommunikation keine Frage von Lautsprache ist, sondern von Möglichkeiten, Beteiligung zu leben.

Diese Form der Selbstvertretung wurde auch von Prof. Dr. Doose, der gezielt vom Gesprächskreis Selbstvertretung eingeladen worden war, besonders gewürdigt. In seinem Vortrag stellte er einen klaren Bezug zwischen den Anliegen der Selbstvertreter:innen und der UN-Behindertenrechtskonvention her. Dabei betonte er ausdrücklich, dass die hier gelebte Talker-Kommunikation ein starkes Beispiel für die Umsetzung von Beteiligungsrechten ist. Die Beiträge der Selbstvertreter:innen seien nicht nur beeindruckend, sondern Ausdruck konkreter Rechtsansprüche auf Teilhabe und Mitbestimmung.

Ein weiterer wichtiger Impuls kam von Herrn Ulli Rühmling, Zielgruppenvertreter des Lebenshilfewerkes sowie Mitglied im Gesprächskreis Selbstvertretung. Er unterstrich die zentrale Bedeutung von Selbstvertretung und machte deutlich, dass echte Inklusion nur dann gelingt, wenn Menschen mit Behinderung aktiv an Entscheidungsprozessen beteiligt sind. Gemeinsam mit Frau Sonja Schacht bringt er diese Perspektive auch in das Projekt Mölln Inklusiv ein.

Ein besonders eindrücklicher Beitrag kam von Herrn Thorsten Blasey, dem Beauftragten für Menschen mit Behinderung der Stadt Mölln. Seit mittlerweile zehn Jahren engagiert er sich in dieser Funktion ehrenamtlich – mit großem Einsatz und nachhaltiger Wirkung. In seinem ausführlichen Beitrag schilderte er die vielfältigen Aufgaben seines Amtes: von der Beratung von Bürger:innen über die Mitwirkung an kommunalen Entscheidungsprozessen bis hin zur kontinuierlichen Sensibilisierung für Barrierefreiheit und Teilhabe in der Stadt.

Er machte deutlich, dass seine Rolle eine wichtige Schnittstelle zwischen Verwaltung, Politik und den Menschen mit Behinderung darstellt. Gleichzeitig zeigte er auf, wie sich Bedarfe und Anforderungen in den letzten Jahren weiterentwickelt haben und wie wichtig es ist, Inklusion strukturell zu verankern.

In der gemeinsamen Diskussion wurde ein klares und zukunftsweisendes Fazit gezogen: Mölln braucht sowohl einen Behindertenbeauftragten als auch einen Inklusionsbeirat. Beide Funktionen ergänzen sich sinnvoll – der Beauftragte als direkte Interessenvertretung und Ansprechpartner, der Beirat als strategisches Gremium zur Weiterentwicklung inklusiver Strukturen.

Auch Herr Harry Harms, Heimleiter des Don Bosco Hauses, würdigte die Veranstaltung und das Engagement aller Beteiligten sehr deutlich:

„Das Projekt ‚Mölln Inklusiv‘ zeigt eindrucksvoll, wie echte Beteiligung und gute Zusammenarbeit gelingen können. Besonders die starke Rolle der Selbstvertreter:innen und ihre Form der Kommunikation machen deutlich, wie viel Potenzial in inklusiven Prozessen steckt.“

Er betonte weiter:

„Wir werden mit unseren Netzwerkpartnern weiter daran arbeiten, Mölln zu einer immer inklusiveren Stadt zu machen – ganz im Sinne unseres Leitspruchs: ‚Freie Fahrt für Inklusion. Mit uns Inklusion gestalten – jetzt!‘“

Neben den fachlichen Impulsen sorgten das gelungene Rahmenprogramm und das kulinarische Angebot des Don Bosco Hauses für eine herzliche und wertschätzende Atmosphäre.

Der emotionale Höhepunkt folgte zum Abschluss: Standing Ovations für den Gesprächskreis Selbstvertretung, die Mitwirkenden und alle Beteiligten – ein starkes Zeichen der Anerkennung.

Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt:
Selbstvertretung wirkt. Kommunikation kennt viele Wege. Und Inklusion in Mölln wird aktiv gestaltet – von den Menschen selbst.

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