




Hinter uns liegt eine Woche voller Begegnungen, wichtiger Impulse und starker Zeichen für echte Teilhabe. Die Aktionswoche zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung vom 04. Mai bis zum 09. Mai 2026 war ein voller Erfolg – und das haben wir vor allem drei Möllner Bürger*innen zu verdanken, die dieses Projekt von der ersten Idee bis zum feierlichen Abschluss getragen haben: Die Zielgruppenvertreterinnen und Zielgruppenvertreter Sonja Schacht vom Don Bosco-Haus, Uli Rühmling vom Lebenshilfewerk und Thorsten Blasey Beauftragter für Menschen mit Behinderung der Stadt Mölln!
Die gesamte Initiative, die kreativen Ideen und die Organisation dieser beeindruckenden Woche kamen direkt aus den Reihen der Selbstvertreter*innen. Als Netzwerkkordinator*innen war es uns eine große Freude und Ehre, diesen Prozess im Hintergrund zu assistieren. Die Hauptarbeit, die Energie und das Herzblut kamen von den Zielgruppenvertreter*innen, die sich hier mit unermüdlichem Einsatz und komplett ehrenamtlich im Projekt „Mölln inklusiv“ und im Gesprächskreis „Selbstvertreter*innen“ des Don Bosco-Hauses für die Rechte und die Sichtbarkeit aller Menschen in Mölln starkmachen.
Für diese großartige und unverzichtbare Arbeit möchten wir von ganzem Herzen DANKE sagen! Ihr zeigt uns jeden Tag, wie gelebte Inklusion und Selbstvertretung aussehen.
Lesen Sie im folgenden Bericht, wie die bewegende Aktionswoche beim Maifest im Don Bosco-Haus ihren krönenden Abschluss fand:
Mit einem bunten und gut besuchten Maifest im Don Bosco-Haus endete eine beeindruckende Aktionswoche anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in Mölln.
Bereits zur Begrüßung der Gäste wurde noch einmal auf die vielen Veranstaltungen und Themen der Woche hingewiesen. Im Mittelpunkt standen Teilhabe, Selbstbestimmung, politische Mitbestimmung und Barrierefreiheit.
Besonders große Aufmerksamkeit erhielt die Informationsveranstaltung am Dienstag, dem 5. Mai, auf dem Bauhof in der Möllner Innenstadt. Eingeladen hatten die Zielgruppenvertreter*innen des Don Bosco-Hauses und des Lebenshilfewerkes sowie der Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Stadt Mölln. Neben Informationsständen sorgten Musik und kulinarische Angebote für eine offene und einladende Atmosphäre.
Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger war groß. Besonders viele Gespräche entstanden rund um die Idee, den oder die Beauftragten für Menschen mit Behinderung der Stadt Mölln künftig in einem Wahlverfahren bestimmen zu können. Ebenso informierten sich zahlreiche Besucherinnen über den aktuellen Stand der geplanten Gründung eines Inklusionsbeirates. Diese Initiative wurde maßgeblich von Sonja Schacht und Uli Rühmling angeregt und vorangebracht.
Ein Höhepunkt der Woche war auch die gut besuchte ökumenische Andacht am Mittwoch in der katholischen Kirche, die gemeinsam mit der inklusiven Andachtsgruppe des Don Bosco-Hauses erarbeitet und gestaltet wurde. Die Gruppe führt bereits seit längerer Zeit regelmäßig inklusive Andachten in der katholischen und evangelischen Kirche in Mölln durch und setzt damit ein wichtiges Zeichen für gelebte Inklusion und Gemeinschaft.
Zu Beginn des Maifestes berichteten Mitglieder des Gesprächskreises Selbstvertretung in einem Grußwort eindrucksvoll über ihr ehrenamtliches Engagement für die Stadt Mölln
Sie machten deutlich, wie wichtig es ist, dass Menschen mit Behinderung ihre Themen selbst einbringen, Ideen entwickeln und gesellschaftliche Veränderungen aktiv mitgestalten.
Sonja Schacht, Zielgruppenvertreterin, betonte in ihrer Rede, dass hinter vielen Veranstaltungen, Gesprächen und politischen Initiativen viel persönliche Zeit, Kraft und Engagement stecke. Sie zeigte sich stolz darauf, dass Themen wie politische Beteiligung, Selbstvertretung und die Sichtbarkeit von Menschen mit hohem Assistenzbedarf heute zunehmend öffentlich diskutiert werden.
Auch Uli Rühmling, Zielgruppenvertreter, hob hervor, wie wichtig es sei, dass Selbstvertretung ernst genommen werde. Immer mehr Menschen interessierten sich für die Arbeit des Gesprächskreises und möchten sich beteiligen oder informieren.
Stefan Indorf, seit dem vergangenen Jahr Mitglied im Gesprächskreis Selbstvertretung, sprach darüber, wie wichtig politische Mitbestimmung und Unterstützung für Menschen mit Behinderung sind. Besonders deutlich machte er, dass bei Teilhabe und Unterstützung nicht gespart werden dürfe.
Die Aktionswoche zeigte eindrucksvoll, wie engagiert sich Menschen mit Behinderung in Mölln für ihre Rechte, für Mitbestimmung und für eine inklusive Gesellschaft einsetzen. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Veranstaltungen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Hier zeige sich deutlich, dass die Stadt Mölln als Modellkommune zum Thema Partizipation und Mitbestimmung vorbildlich vorangehe. Thorsten Blasey machte deutlich, dass rund 15 % der Menschen in Mölln mit einer Behinderung leben. Diese Zahl zeige, dass Inklusion kein Randthema sei, sondern ein zentraler Bestandteil kommunaler Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Zum Abschluss bedankten sich die Beteiligten bei allen Unterstützerinnen, Netzwerkpartnern, Fachkräften, Assistentinnen und Angehörigen, die gemeinsam daran mitwirken, Inklusion in Mölln weiter voranzubringen.
